Ein Gang durch Goslar ist eine Entdeckungsreise in die Welt der Kunst

Einst war Kunst in der reichen Kaiserstadt Goslar allgegenwärtig. Der reiche Schmuck der Häuser, Brunnen und viele andere Artefakte zeugen vom Kunstsinn vieler Generationen. Doch dann führte der Niedergang des Bergbaus zur Verarmung der Stadt und Tristesse breitete sich aus: In seinen "Reisebildern" beschreibt Heinrich Heine 1824 Goslar als „ein Nest, verfallen und dumpfig".
Erst in unserer Zeit wird an die kulturelle Tradition angeknüpft. Mit der Stiftung des „Kaiserrings“, der seit 1974 alljährlich einen bedeutenden Künstler auszeichnet, öffnete sich die alte Stadt der Moderne, die im prachtvollen Mönchehaus-Museum für moderne Kunst ein Zentrum von internationalem Ruf hat.

Bildinformation

 

 

Max Bill  "Tor in Goslar", Granit, 1982, Neuwerkgarten

Darüber hinaus hat es sich der rührige Verein zur Förderung moderner Kunst in Goslar (VFK) zur Aufgabe gemacht, die Bürger und Besucher Goslars auch im städtischen Alltag mit dem Kunstschaffen der Gegenwart zu konfrontieren. Es dürfte nur wenige mittelalterliche Städte geben, in denen man so wie hier auf Schritt und Tritt Kunstwerken begegnet, und dieser Umstand hat ganz allmählich zu einem Bewusstseins-wandel bei vielen Bürgern geführt. Hatte noch der berühmte "Goslarer Krieger" von Henry Moore vor 30 Jahren heftigen Protest ausgelöst, so überwiegt heute der Stolz, dass die kleine Stadt so sichtbar mit der Zeit geht – und die pragmatische Einsicht, dass Goslar dadurch im In- und Ausland viele neue Freunde gewinnt.

Henry Moore "Der Goslarer Krieger", Bronze, 1973/74, Kaiserpfalz