Dieter
Honisch, Laudatio auf Richard Serra, 1987
Der Kaiserring
wurde von dem Worpsweder Goldschmiedemeister Hadfried Rinke 1975 entworfen
und wird seither von ihm einzeln gefertigt.
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Die Initiatoren
des Kaiserrings wussten, dass sein erster Träger für die Zukunft
dieses Kunstprei-ses entscheidend sein würde. Die Jury entschied
sich für Henry Moore.
Seine Zustimmung machte der mit Ehrungen
überhäufte Künstler von dem persönlichen Eindruck
abhängig, den er sich bei einem Besuch in Goslar verschafffen wollte.
Er kam im Juni 1975 mit seiner Tochter Mary für zwei Tage in die
Kaiserstadt und die Gastge-ber schwebten zwischen Hoffen und Bangen: Sollte
der berühmte Bildhauer den Preis ablehnen, dann würde sich kein
anderer Künstler von Rang als "zweite Wahl" bereit finden.
Die Befürch-tungen waren unbegründet:
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Wegen
seiner reichen architektonischen, städtebaulichen und kunsthand-werklichen
Substanz wurde Goslar zum Weltkulturerbe erhoben. Doch was in Mittelalter
und Renaissance entstand, wurde von späteren Generationen kaum gemehrt.
Die einst reiche Stadt hatte unter vielfältigen politischen und wirt-schaftlichen
Zwängen Mühe, mit der zivilisatorischen Entwicklung Schritt
zu halten. Für Kunst und Kultur blieb da wenig Raum, bis 1974 eine
Handvoll engagierter
Bürger
beschloss, auch auf diesem Gebiet eine Brücke vom Einst
zum Jetzt zu schlagen und den Verein zur Förderung moderner Kunst
in Goslar gründete.
Mit der Stiftung eines ideellen Kunstpreis es sollte ein international
beachtetes Zeichen gesetzt werden.
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Henry
Moore war von der schönen, alten Stadt begeistert und von der
Ernsthaftigkeit
des Anliegens überzeugt.
"It
is a great honour for me", sagte er. Erst
in diesem Augenblick war der Kaiserring Wirklichkeit geworden.
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